Bei der Parkinson’schen Erkrankung kommt zu einer Zerstörung von Nervenzellen in einer bestimmten Region des Gehirns (Substantia Nigra), die den Botenstoff Dopamin ausschüttet, der im Zusammenspiel mit anderen Botenstoffen für einen regelrechten Bewegungsablauf sorgt. Durch die Schädigung entsteht ein Ungleichgewicht der verschiedenen Botenstoffe im Gehirn, die bei dem Betroffenen zu einem Zittern, einer Steifigkeit und einer Bewegungsverlangsamung führt.

Die Erkrankung beginnt meist im mittleren bis höheren Lebensalter und verläuft chronisch fortschreitend.

Da auch andere Erkrankungen zu ähnlichen Beschwerden (z.B. Zittern) führen, ist es Aufgabe des Neurologen, die Parkinson`sche Erkrankung von diesen zu unterscheiden. Zur diagnostischen Abklärung des Krankheitsbildes sind verschiedene Untersuchungen erforderlich.

Es gibt heutzutage verschiedene Möglichkeiten der medikamentösen Therapie zur Linderung der Symptome. Unterstützend sind weitere Maßnahmen möglich wie Krankengymnastik, Ergotherapie oder Logopädie.


Unter einer Demenz versteht man die krankhafte Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit (Merkfähigkeit, Konzentration, Orientierung etc). Man unterscheidet mehrere Formen der Demenz.

Neben der Alzheimer Demenz kommt auch die Demenz aufgrund von Durchblutungsstörungen des Gehirns häufig vor. Darüberhinaus gibt es weitere, etwas seltener vorkommende Formen dieses Krankheitsbildes.

Zur Unterscheidung ist eine genaue Beschreibung des Krankheitsverlaufes durch den Patienten selbst sowie – wenn möglich- von Angehörigen hilfreich. Anschließend werden psychometrische Tests sowie verschiedene technische Untersuchungen (Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße, Kernspintomographie/ Computertomographie des Gehirns, Laboruntersuchungen) durchgeführt.

Abhängig von der Form der Demenz ist häufig eine medikamentöse Behandlung möglich.


Der Begriff Polyneuropathie bedeutet „Erkrankung vieler Nerven“ und ist ein übergeordneter Begriff für eine Reihe verschiedener Erkrankungen des peripheren Nervensystems mit ganz unterschiedlichen Ursachen. Eine Störung der Durchblutung liegt bei Polyneuropathien in aller Regel nicht vor.

In der weitaus größten Gruppe dieser Erkrankungen kommt es zu leichten, überwiegend sensiblen (das Gefühl betreffende) Störungen in den Zehen, den Fußsohlen, zum Teil auch des gesamten Fußes bis maximal zum Unterschenkel.

Die Patienten berichten über meist in Ruhe betonte sensible Störungen (Taubeitsgefühl) oder Missempfindungen (Kribbeln, schmerzhaftes Gefühl, eingeschnürtes Gefühl etc.) an den Füßen. Häufig sind auch Krämpfe in den Unterschenkeln. Aufgrund der Beschwerden kommt es oft zu Schlafstörungen.

Seltener kommt es zu einer gewissen Gangunsicherheit und zu leichter Schwäche (Zehenhebung, Fußhebung, sehr selten Fußsenkung).

Eine Polyneuropathie wird in aller Regel durch die klinische neurologische Untersuchung (Sensibilität, Motorik, Reflexe etc.) festgestellt. So ist sehr häufig das Vibrationsempfinden an den Füßen abgeschwächt, es besteht eine sockenförmige sensible Störung und die Achillessehnenreflexe sind ausgefallen.

Wenn aufgrund der typischen Beschwerden und/ oder der neurologischen Untersuchung eine Polyneuropathie festgestellt ist, muss die Art der Polyneuropathie geklärt werden.

Ursächlich kann eine leichte Funktionsstörung vorliegen, so dass die Zusatzuntersuchungen keine Auffälligkeiten bieten. Es kann aber zu einer Störung der Leitungsfunktion der Nerven gekommen sein (Schaden der Nervenscheiden bzw. des Myelin) oder auch zu einem Untergang von Nervenfasern (Achsenzylinder bzw. Axone).

Um dies festzustellen ist eine elektrophysiologische Untersuchung erforderlich, bei der die Nervenleitung der sensiblen und motorischen Nerven in der Regel an den Beinen gemessen wird (NLG). Nur bei einem Teil der Patienten und bei speziellen Fragestellungen erfolgt dann noch eine Messung der „Muskelströme“, wobei der Muskel mit einer sehr feinen Nadel sondiert wird (EMG).

In Einzelfällen sind weitere neurologische Untersuchungen (vegetative Testung, weitere elektrophysiologische Messungen, SEP, Nervenwasserentnahme etc.) erforderlich.


Das Karpaltunnelsyndrom ist ein sehr häufig auftretendes Nervenengpass-Syndrom, bei dem es zu nächtlich betonten unangenehmen Missempfindungen an den ersten 4 Fingern kommt.

Oft ist dies verbunden mit Schmerzen in der Hand, die bis in den Arm ausstrahlen können.

Diese Erkrankung kann mithilfe einer elektrophysiologischen Untersuchung gut nachgewiesen werden.

Die Aufgabe des Neurologen besteht darin, zu klären, ob ein operativer Eingriff erforderlich ist, bzw. die weitere therapeutische Vorgehensweise festzulegen.


Durch Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule werden Bandscheibenvorfälle begünstigt. Hierbei wölbt sich eine Bandscheibe in Richtung des Rückenmarkkanals vor und kann zu starken, evt. ausstrahlenden Schmerzen und zu Irritationen oder  Einengung eines Nervs führen.

Hierdurch werden in dem von dem betroffenen Nerv abhängigen Versorgungsgebiet Gefühlsstörungen und Lähmungen verursacht.

Durch eine exakte neurologische Untersuchung ist es möglich, aufgrund der Ausfälle Rückschlüsse auf die Lokalisation des Bandscheibenvorfalls zu ziehen. Manchmal ist eine zusätzliche elektrophysiologische Untersuchung (EMG) notwendig.

Die Aufgabe des Neurologen besteht darin, zusammen mit dem Orthopäden zu klären, ob ein operativer Eingriff erforderlich ist, bzw. den weiteren Behandlungsablauf festzulegen.


Es gibt viele Arten von Gehirntumoren, sowohl gutartige als auch bösartige, die vom hirneigenen Stützgewebe ausgehen. Darüberhinaus siedeln sich manchmal Metastasen von Tumoren anderer Körperregionen im Gehirn an.

Hirntumore können zu Kopfschmerzen, zunehmenden Lähmungen, Gefühlsstörungen oder epileptischen Anfällen führen.

Durch bildgebende Verfahren (Kernspintomographie des Gehirns) kann die Lokalisation und die Größe des Tumors bestimmt werden. Meist erfolgt die Behandlung in Zusammenarbeit mit spezialisierten Zentren.


Ein Schlaganfall kann durch eine plötzliche Minderdurchblutung im Gehirn (durch ein Blutgerinnsel oder Verengung, bzw. Verschluss einer Arterie) oder durch eine Einblutung ins Gehirn zu Stande kommen.

Ischämischer Schlaganfall – Hirninfarkt

Bei dem häufiger vorkommenden „Hirninfarkt“ führt die nicht mehr gewährleistete  Blutversorgung zu einem Untergang des Hirngewebes. Die Folge können Lähmungen, Gefühlsstörungen, Sprachstörungen und Einschränkungen der Gedächtnisleistung sein.

Im Vorfeld eines solchen Ereignisses kommt es manchmal zu kurzen Durchblutungsstörungen, bei denen die Ausfälle (oft Halbseitenlähmung oder Sehstörungen) nur über Minuten bis zu einigen Stunden anhalten. Deshalb müssen derartige Beschwerden ernst genommen und sofort abgeklärt werden.

Bei Verdacht auf einen frischen Schlaganfall sollte die sofortige Einweisung ins Krankenhaus erfolgen.

Hirnblutung

Durch eine Einblutung in das Gehirngewebe kommt es zu einer Schädigung des Gehirns mit Absterben von Hirnzellen. Die Beschwerden gleichen den Beschwerden bei einem ischämischen Schlaganfall. Deshalb muss zur Unterscheidung möglichst rasch ein Computertomogramm durchgeführt werden.

Ursache einer Hirnblutung ist häufig ein Bluthochdruck, jedoch begünstigt auch Rauchen, Übergewicht, Zuckerkrankheit, Arteriosklerose und übermäßiger Alkoholgenuss ein solches Ereignis.

Eine Sonderform der Hirnblutungen ist die Subarachnoidalblutung, die sowohl durch äußere Gewalteinwirkung auf den Kopf als auch durch plötzliches Platzen einer Gefäßaussackung zu Stande kommen kann.


Bei dieser Erkrankung werden immer wieder Krampfanfälle ausgelöst, die durch eine plötzliche exzessive Entladung von Nervenzellen verursacht werden. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, z.B. Tumoren, Gefäßmissbildungen, Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder angeborene Strukturveränderungen im Gehirn. Manchmal bleibt die Ursache auch unklar.

Es gibt viele verschiedene Arten der Epilepsie. In manchen Fällen kommt es zu einem Zucken von Armen oder Beinen ohne Bewusstseinsverlust (fokale Anfälle), in anderen Fällen bemerkt der Pat. z.B. eine Geschmacksveränderung oder hat andere merkwürdige Empfindungen. Auch kürzere oder längere Bewusstseinstrübungen oder Bewusstseinsverluste sind möglich.

Bei großen Anfällen (Grand Mal) tritt eine Bewusstlosigkeit ein, die Muskulatur verkrampft sich, z.T. stockt der Atem des Patienten, bevor es zu Zuckungen an Armen und Beinen kommt. In diesem Fall sollten umgebende Personen möglichst viel Ruhe bewahren und den Patienten vor Verletzungen schützen. Der Anfall dauert meist etwa eine Minute. Anschließend sollte der Pat. in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Es gibt heutzutage viele wirksame Medikamente, durch die die meisten Patienten anfallsfrei werden sofern die Einnahme regelmäßig erfolgt.


Die Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung mit variablem Verlauf, die zu herdförmigen Entzündungen im Gehirn und Rückenmark führt.

Da die Entzündung in unterschiedlichen Teilen des zentralen Nervensystems aktiv sein kann, werden hierdurch je nach Patient sehr unterschiedliche Beschwerden ausgelöst. Es kann zum Beispiel zu Sehstörungen, Gefühlsstörungen (Taubheit, unangenehme Missempfindungen), Unsicherheit beim Stehen und Gehen, Lähmungserscheinungen, Schwindel oder Problemen beim Wasserlassen kommen.

Die Erkrankung schreitet meist schubförmig voran, wobei die Einschränkungen sich zurückbilden aber auch bestehen bleiben können.

In den letzten Jahren wurden viele neue Medikamente entwickelt, die bei der Multiplen Sklerose erfolgreich eingesetzt werden können, so dass die Erkrankung häufig einen gutartigen Verlauf nimmt.


In der Neurologie sind viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen bekannt. Es kann sich um eine Migräne oder einen Spannungskopfschmerz handeln, aber auch entzündliche Prozesse im zentralen Nervensystem, Durchblutungsstörungen, Tumore, Nebenwirkungen von Medikamenten und andere Erkrankungen können zu Kopfschmerzen führen.

Unsere Aufgabe ist es die Art des Kopfschmerz zu diagnostizieren und aufgrund dessen eine Therapie anzubieten.

Zu diesem Zweck ist neben einer körperlichen Untersuchung häufig eine Bildgebung des Gehirns (Kernspintomogramm oder Computertomogramm) notwendig. Ergänzend können weitere Untersuchungen notwendig werden.